Was ist „freie Liebe“?

In den meisten Nachschlagewerken wird „Freie Liebe“ auf eine Beziehung ohne Trauschein reduziert. Für den anarchistischen Kontext reicht diese Reduzierung nicht aus. Hubert van den Berg schreibt über den Begriff in seinem Beitrag für das Lexikon der Anarchie: „ Die Wortzusammenstellung “Freie Liebe“ wurde im 19. Jahrhundert geprägt als Bezeichnung für Sexualität, sexuelle Beziehung sowie Formen des Zusammenlebens mit einer (mutmaßlichen) sexuellen Komponente, die sich jenseits von hegemonialen Moralvorstellungen, wie z.B. dem bürgerlichen Eheideal oder des damaligen viktorianischen Puritianismus in Sexualfragen, bewegte. Dabei war in der Bezeichnung Freie Liebe je nach politischen, religiösen und moralischen Standort des Benutzers/der Benutzerin immer ein Werturteil mit enthalten, das von dem Verdikt der Zügellosigkeit, Dekadenz und moralischer Entartung bis zur Rückkehr nach vermeintlich „natürlichen“ Verhältnissen und der Etablierung einer selbstbestimmten Sexualität, frei von äußeren Eingriffen und rückständigen, überholten, irrationalen Normierungen reichte.“Die Reduzierung der „Freien Liebe“ auf eine nicht staatlich anerkannte eheartige Beziehung bringt uns in der heutigen Zeit wenig für eine progressive Gestaltung der Beziehung. Eine Liebesbeziehung sollte von der theoretischen Seite her immer auf den Grundlagen „freier Vereinbarung“ beruhen, die jederzeit gelöst werden können. Die Kritik an der Ehe als Institution ist in der Schärfe, wie sie bei einigen AnarchistInnen vorkommt, sicherlich nicht mehr zeitgemäß.
Freie Liebe bedeutet darüber hinaus eine Überwindung von verinnerlichten Normen und Herrschaftsverhältnissen. Darin liegt ihr progressiver Gehalt.
“Freie Liebe“ ist eine direkte Aktion. Eine wirkliche „befreite“ Liebe kann es in diesen bestehenden Verhältnissen sicherlich nicht geben. Darüber brauchen wir uns keine Illusion zu machen. Der Kampf um die „Freie Liebe“ muß immer auch mit anderen gesellschaftlichen Kämpfen und Veränderungen einhergehen.
Wenn ich in diesem Rahmen von „freier Liebe“ spreche so will ich mich klar abgrenzen von Gruppen wie des ZEGG, die unter dem Deckmantel „freie Liebe“ eine rein auf die Bedürfnisbefriedigung des Mannes zugeschnittene Sexualität propagandieren. Rezeptionsgeschichte im Anarchismus Einer der ersten Vordenker der „Freien Liebe“ war der Frühsozialist Charles Fourier. Er verfochte bereits im 18 Jahrhundert fortschrittliche Ideen von Liebe und Sexualität - auch wenn an vielen Stellen noch patriachale Denkmuster durchscheinen. Er beeinflußte auch die anarchistische Diskussion um dieses Thema stark. Für die anarchistische Rezeptionsgeschichte des Themas sind desweiteren Anfänge im Hauptwerk William Godwins „An Equiry concerning political Justice and its influence on general Virtue and Happiness“ zu finden, wo er Kritik an der Form der bürgerlichen Ehe übt.
“Die Ehe ist ein Gesetz, und das schlechteste von allen! Wie auch unser Verstand über die Person urteilen mag, die uns durch das gemeinschaftliche Leben in jeder Weise zu fördern bestimmt sein soll - über den Wert der einen Frau und die Fehler einer anderen Frau -, wir sehen uns gezwungen, dem Gesetz zu gehorchen, nicht der Stimme der Gerechtigkeit. Man bedenke ferner, daß die Ehe ein Eigentum zur Folge hat, und zwar in seiner schlimmsten Gestalt.“ Godwin selber war zwar verheiratet, was ihm viele KritikerInnen vorwerfen, aber diese Ehe ging er nur ein, um die damals schwangere Frauenrechtlerin Woodstonecraft vor den gesellschaftlichen Repressalien zu schützen. Die Beziehung zwischen den beiden kann für ihre Zeit dennoch als fortschrittlich betrachtet werden - u.a. hatten sie getrennte Wohnungen. Eine sehr viel drastischere Kritik und Zuspitzung der Gedanken Godwins an der Form der Ehe formulierte die russisch-jüdische Anarchistin Emma Goldmann. Für sie schließen sich die Form der bürgerlichen Ehe und die Liebe gänzlich aus. Inwieweit bei dieser Kritik die enttäuschenden Erfahrungen ihrer ersten Ehe (aus strategischen Gründen heiratete sie noch ein zweites Mal) die Überlegung bestimmen, möchte ich an dieser Stelle nicht bewerten. In ihren Reden und Artikeln taucht dieses Thema immer wieder auf und auch in der Praxis versuchte sie ihr Konzept umzusetzen. Die Erfahrung, die bei Emma ausschlaggebend war, wird von Candrine Falk in ihrer Biographie folgendermaßen wiedergegeben: „Als Emma einmal Modell stand, konnte er [Fedja] sich nicht länger beherrschen. Er verließ fluchtartig das Zimmer, und Emma hörte ihn im Nebenraum heftig schluchzen. Als sie ihn zur Rede stellte, gestand er ihr seine Liebe. Nur seine Furcht, Sascha zu verletzen, hätte ihn bisher daran gehindert, ihr dies zu sagen. Nun aber ginge es nicht mehr, und er müsse wohl ausziehen. Nun merkte Emma, daß auch sie in Fedja verliebt war. Aber war das möglich? Konnte man zwei Menschen gleichzeitig lieben, fragte sie sich. Sie beschlossen Sascha von ihrer Liebe zu erzählen und so ihre gemeinsame Überzeugung, daß Liebe weder exklusiv noch mit Besitzdenken verbunden sein dürfe, zu testen.“ Auch für sie, eine radikale Vorkämpferin dieser Beziehungsform, fiel die Umsetzung sehr schwer. In den Briefen, die Falk in der Biographie zitiert, tauchen immer wieder Passagen auf, in denen sie ihr Leid klagt - z.B. über die von ihr als Promiskuität wahrgenommene Form von “Freier Liebe“, die ihr Liebhaber Ben Reitman auslebte. Es zeigte sich dabei deutlich, daß eine Kluft zwischen rationalem Anspruch und emotionalen Empfindungen auch bei ihr bestand.
Erich Mühsam greift dieses Thema in seinem 1909 verfaßten polemischen Schauspiel „Die Freivermählten“ ebenfalls auf. „Ein polemisches Schauspiel, in dem die Probleme freie Liebe, freie Ehe, Treue und Eifersucht untersucht werden“ so läßt Mühsam einen seiner Protagonisten das Schauspiel beschreiben. Sein Verfechter der „Freien Liebe“ scheitert an der Kluft zwischen Anspruch und Emotionen. Unter diesem Aspekt betrachtet hat dieses Stück nichts an Aktualität für heutige Diskussionen verloren. Andere Aspekte hingegen, die in „Die Freivermählten“ auftauchen - wie der gesellschaftliche Umgang mit nicht verheirateten Paaren - ist in der heutigen Gesellschaft überholt. Übersehen werden darf bei Mühsam allerdings nicht, daß er ein sehr problematisches Frauenbild hatte. Auch bei den Genossen der Freien Arbeiter Union Deutschlands (FAUD) herrschte ein solches Bild vor. Die FAUD propagandierte die „Freie Liebe“ im Gegensatz zur staatlich-kirchlich sanktionierten Ehe. Wie wenig dies aber mit der Befreiung der Frau aus den patriachalen Herrschaftsverhältnissen einherging, zeigt sich in einem Zitat von der FAUD-Aktivistin Trautchen Caspars. „Da gab es nicht selten die Meinung „Freie Liebe“, das sollte heißen, daß die Frauen in der Gruppe nun für jeden Genossen dazusein hätten.“ Mit dem gleichen Problem hatten auch die Anarchistinnen in Spanien zu kämpfen, was u.a. zur Gründung der Mujeres Libres 1936 führte. Einer der Themenschwerpunkte dieser Organisation bildete der Kampf um die „Freie Liebe“ - paradoxer Weise bildete aber gleichzeitig das Thema lesbische Liebe ein Tabu. Nach dem II. Weltkrieg endet die anarchistische Rezeptionsgeschichte. Mit dem Aufkommen der Studierendenbewegung 1967/68 wurde das Thema zwar wieder aktuell, aber inwieweit anarchistische Ideen und Vorstellungen ihren Widerhall darin fanden, ist fraglich. Und heute? In der anarchistischen Bewegung scheint dies kein Thema mehr zu sein. Viele
AnarchistInnen haben die bürgerlichen Moral- und Beziehungsvorstellungen übernommen und verinnerlicht. Nur selten wird dies noch hinterfragt oder der Versuch unternommen, eine andere Form der Beziehung auszuleben. Überlegungen über die Bedingungen für „Freie Liebe“ Auf welchen Fundamenten beruht eine „Freie Liebe“sbeziehung? An erster Stelle ist es wichtig, daß sie auf Gleichberechtigung der PartnerInnen beruht, was unter den jeweiligen Umständen unterschiedlich schwer ist. In einem Umfeld, das noch von patriachalen, unreflektierten Herrschaftsverhältnissen und dem Mann/Frau-Geschlechtsschemata geprägt ist, wird dem „Mann“ das Recht dazu bis zu einem gewissen Grad zugebilligt bis hin zur Hofierung („toller Hecht“); der “Frau“ hingegen wird das Recht auf ferie Liebe verwehrt - bei wechselnden Liebesbeziehungen wird die „Frau“ mit abwertenden Begriffen belegt. Diese gesellschaftlichen Bedingungen sollten bei einer freien Beziehung auf jeden Fall reflektiert werden, um einen Umgang damit zu finden. Das Recht eine/n andere/n PartnerIn bzw. mehrere zu haben, muß allen der beteiligten Personen in gleichberechtigter Weise zugestanden sein. „Freie Liebe“ ist allerdings auch nicht gleichbedeutend mit Poligamie/Promiskuität. Sie kann auch monogam verlaufen.
Übersehen darf mensch bei der „Freien Liebe“ auch nicht, daß es eine wirklich „gleichberechtigte“ Beziehung wahrscheinlich nur in einer Utopie existiert. Eine/r der Beteiligten hegt immer intensivere Gefühle für eine andere Person, als wie sie erwidert werden. Zudem stellt sich die Frage, inwieweit auf Grund von äußeren Bedingungen die Form der freien Beziehung gleichberechtigt ausgelebt werden kann. Es fängt bereits damit an, ob der/die PartnerIn den gesellschaftlich-vorherrschenden Schönheitsidealen entspricht, ob eine/r der PartnerInnen eher schüchtern ist oder nicht etc..
Neben der Gleichberechtigung ist die Offenheit ein weiterer Grundpfeiler. Gerade in Hinblick auf die Emotionen, die mit der Liebe verbunden sind, muß offen mit Empfindungen wie Eifersucht umgegangen bzw. reflektiert werden. Als ein Beispiel, das häufig angeführt wird für ein falsch verstandenes Konzept von „Freier Liebe“, ist die Beziehung von Jean-Paul Satré und seiner Lebensgefährtin Simone de Beauvoir. Er nahm sich das Recht heraus, mit anderen Frauen Liebesbeziehungen zu haben, reflektierte allerdings nicht, daß er seine Lebensgefährtin damit trotz ihrer Toleranz emotional verletzte. Ein Umgang mit „Freier Liebe“ heißt auch, daß die daran Beteiligten einen rücksichtsvollen Umgang mit ihrer/m/n PartnerInnen finden müssen.
Unter dem von mir verwendeten Liebesbegriff fasse ich sowohl platonische Liebe als auch die sexuelle Komponente. Ein wichtiger Aspekt bei der Begriffsverwendung von Liebe in diesem Kontext ist auch das Aufbrechen der klar abgetrennten Bereiche „Freundschaft“ und „Liebe“. Wo fängt Liebe an? Wo hört Freundschaft auf? Welche Rolle spielt in der Unterscheidung die sexuelle Komponente? Eine Trennlinie dazwischen kann nicht klar gezogen werden. Die Annahme, daß Liebe etwas einzigartiges, nur auf eine/n PartnerIn fixierte emotionale Bindung ist, wird damit negiert und schafft den Raum für freie Beziehungen. In Hinblick auf die sexuelle Komponente zeigt sich ein Vorteil der „Freien Liebe“ gegenüber den gesellschaftlich genormten Beziehungen. Weil es in den meisten „bürgerlichen“ Beziehungsstrukturen zu keiner Reflektion der sexuellen Komponente kommt, kann es zu Triebunterdrückung, die sich unterschwellig oder auch offen in Konflikten in der Partnerschaft auswirkt, und/oder in den „Betrug“ des / der PartnerIn mündet, kommen. Die Toleranz gegenüber meinem/r PartnerIn beruht auch auf der Erkenntnis, daß wenn ich eine Person wirklich liebe, mir nur Recht sein kann, daß diese Person glücklich ist. Zudem akzeptiere ich damit, daß ich nicht in allen Bereichen vielleicht die sexuellen Bedürfnisse oder Vorlieben meines/r PartnerIn teile oder befriedigen kann. Verwehre ich meiner/m PartnerIn das Recht auf Glück, daß er / sie mit anderen Menschen findet - sowohl in sexueller als auch platonischer Hinsicht -, aus reinem Egoismus mache ich mich selber nicht glücklich.
Sicherlich ist dies nicht leicht in die Tat umzusetzen. Wir sind gesellschaftlich geprägt von Werten und Moralvorstellungen, wo Werte wie “Treue“ mit „Monogamie“ verwechselt werden; wo die Zwei-Mensch-Beziehung als die gesellschaftlich anerkannte Form des Zusammenlebens propagandiert wird - und nichts anderes ist als eine abgeschwächte, verweltlichte Form der Ehe - und somit einer christlichen Moralvorstellung entspringt. Wir leiden schnell an Verlustangst, wenn unser/e PartnerIn engen Kontakt mit einer anderen Person hegt - wir werden eifersüchtig. Aus der gesellschaftlichen Logik heraus ergibt sich die Wahrnehmung der Eifersucht zeitweise gar als „Liebesbeweis“.
Ein weiterer wichtiger Aspekt, der sich aus den angeführten Überlegungen ergibt, ist das Thema Kommunikation. Die Kommunikation zwischen den PartnerInnen nimmt im Rahmen der „Freien Liebe“ einen sehr hohen Stellenwert ein. Die Überwindung von alten Strukturen und Denkmustern muß in einem gemeinschaftlich-kommunikativen Prozeß laufen. “Freie Liebe“ ist sicherlich nicht „der“ Weg zur Emanzipation der Menschheit, aber das Thema ist ein wichtiger Gesichtspunkt auf dem Weg in eine freie Gesellschaft.“
Camillo Rack


Empfohlene Literatur (Auswahl):
Armand, E.: Das Problem der sexuellen Beziehungen und der
individualistische Gesichtspunkt
Falk, Candace: Liebe & Anarchie & Emma Goldmann
Fourier, Charles: Aus der neuen Liebeswelt
Godwin, William: Untersuchungen über die politische Gerechtigkeit
Mühsam, Erich: Die Freivermählten Eine umfangreiche Literaturliste zum Thema „Freie Liebe“ findet sich im


Hier noch eine umfangreiche Literaturliste zum Thema „Freie Liebe“ zu finden auch im
Internet unter: http://www.timos.gmxhome.de/fliebe/literatur.htm.

Zur Geschichte der Freien Liebe: Charles Fourier (1772-1837) - Der Meisterdenker der "freien Liebe"

Fouriers Gesamtwerk umfasst 20 Bände, leider immer noch nicht ins Deutsche übersetzt.

Fourier, Charles 1955: Theorie der vier Bewegungen und der allgemeinen Bestimmungen. Hrsg. von Theodor W. Adorno, eingeleitet von Elisabeth Lenk. Frankfurt/Main. (vergriffen)

Fourier, Charles 1977: Aus der neuen Liebeswelt. Über die Freiheit in der Liebe, ausgewählt und eingeleitet von Daniel Guérin. Mit einem Anhang "Über die Freiheit in der Arbeit", ausgewählt und eingeleitet von Marion Luckow. Berlin (vergriffen)

Fourier, Charles: Über Liebe und Ehe, in: Ramm, Thilo (Hg.): Der Frühsozialismus. Ausgewählte Quellentexte. Stuttgart o.J. (vergriffen)

Daniel, Ute 1992: Die Liebe, das Klima und der Kosmos. Das revolutionäre Potential des Privatlebens in der Utopie des Frühsozialisten Charles Fourier, in: Hausen, Karin/Wunder, Heide (Hg): Frauengeschichte, Geschlechtergeschichte. Frankfurt/Main. S. 89-99

Kleinau, Elke 1987: Die freie Frau: soziale Utopien des frühen 19. Jahrhundert. Schwann

Hoffman Baruch, Elaine 1986: Frauen in den Utopien der Männer, in: Ruby Rohrlich (Hg.): Weder Arkadien noch Metropolis: Frauen auf der Suche nach ihrer Utopie. München. S. 171-179

Das Leben der Bohème: Otto Groß, Erich Mühsam, Franziska zu Reventlow

Otto Groß (1877-1920):

Green, Martin 1976: Else und Frieda, die Richthofen-Schwestern. München (vergriffen)

Groß, Otto 2000: Von der geschlechtlichen Not zur sozialen Katastrophe (Neuauflage)

Hurwitz, Emanuel 1979: Otto Groß: Paradies-Sucher zwischen Freud und Jung. Frankfurt/Main (vergriffen)

Kreiler, Kurt 1980 (Hg.): Die Schriften von Otto Groß. Frankfurt/Main (vergriffen)

Michaels, Jennifer E. 1983: Anarchy and Eros. Otto Groß` Impact on German Expressionist. Frankfurt/Main

Link: Internationale Otto Gross Gesellschaft e.V.

Erich Mühsam (1878-1934):

Vergleiche die "Schriften der Erich-Mühsam-Gesellschaft e.V.": Königstr. 20, 23552 Lübeck

Hug, Heinz 1974: Erich Mühsam. Untersuchungen zu Leben und Werk. Glashütten

Hug, Heinz/Jungblut, Gerd W. 1991 (Hg): Erich Mühsam: Bibliographie (1878-1934). Lichtenstein

Köhne, Diana 1988: Das literarische Werk Erich Mühsams: Kritik und utopische Antizipation. Würzburg

Link: Erich Mühsam Gesellschaft Lübeck

Franziska zu Reventlow (1871-1918):

Egbringhoff, Ulla 2000: Franziska zu Reventlow. Monographie. Reinbek/Hamburg

Faber, Richard 1993: Franziska zu Reventlow und die Schwabinger Gegenkultur. Köln 

Fritz, Helmut 1980: Die erotische Rebellion. Das Leben der Franziska Gräfin zu Reventlow. Frankfurt

Kubitschek, Brigitta 1994: Franziska Gräfin zu Reventlow: 1871-1918. Ein Leben im Umbruch. Studien zu einer Biographie. Prien/Chimsee

Schaps, Regina 1987: Tragik und Erotik - Kultur der Geschlechter: Franziska Gräfin zu Reventlows "modernes Hetärentum", in: Lipp, Wolfgang (Hg.): Kulturtypen, Kulturcharaktere: Träger, Mittler und Stifter von Kultur. Berlin. S. 79-96

Sperr, Franziska 1995: Die kleinste Fessel drückt mich unerträglich. Das Leben der Franziska zu Reventlow. München 


Ascona/Monte Verità - Der Berg der Wahrheit:

Hofmann-Oedenkoven, Ida 1906: Monte Verità - Wahrheit ohne Dichtung. Lorch

Mühsam, Erich 1982: Ascona. Eine Broschüre. Bericht über ein alternatives Leben 1905 auf dem Monte Verità. Berlin

Green, Martin 1986: Mountain of Truth - the Counterculture begins, Ascona 1900-1920. Hannover

Landmann, Robert 1988: Ascona - Monte Verità. Auf der Suche nach dem Paradies. Frankfurt/Main

Monte Verità. Berg der Wahrheit. Lokale Anthropologie als Beitrag zur Wiederentdeckung einer neuzeitlichen sakralen Topographie. Austellungskatalog, hg. von Harald Szeemann

Weitere Literatur:

AAO: Die zwölf Gebote, o.J, o.O
Bartholomäus, Wolfgang: Lust aus Liebe. Die Vielfalt sexuellen Erlebens. München 
1993
Baumann, Michael ("Bommi"): Wie alles anfing. München 1975
Beck, Ulrich: Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne. Frankfurt a. M. 
1986
Beck, Ulrich: Vom Verschwinden der Solidarität. Individualisierung der Gesellschaft heißt
Verschärfung der sozialen Ungleichheit. In: Süddeutsche Zeitung v. 14./15. Feb. 1993
Beck, Ulrich/Beck-Gernsheim, Elisabeth: Das ganz normale Chaos der Liebe.
Frankfurt a. M. 1990
dies.: Riskante Freiheiten. Frankfurt a. M. 1994
Berg van der, Hubert: Zur Kontroverse zwischen Erich Mühsam und Gustav Landauer
über die sogenannte "Freie Liebe". In: Sich fügen, heisst lügen. Erich Mühsam Seminar
Berlin 1992
Blau, Rosa: Der geteilte Mann. Erfahrungen in der Ehe zu Dritt. Reinbek b. Hamburg 1995
Breton, André: Ode an Charles Fourier. 1982
Bumb, Birger/Möller Beate: Sommercamp im Wilden Westen. Bleibt freie Liebe Utopie?
Radolfzell a. Bodensee 1990
Buunk, P. Bram/Driel van, Barry: Variant Lifestyles and Relationship. London 1989
BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung): Rahmenkonzept zur Sexual-
aufklärung. Köln 1994
Califia, Pat: Sapphistrie. Das Buch der lesbischen Sexualität. Berlin 1981
Daimler, Renate: Verschwiegene Lust. Frauen über 60 erzählen von Liebe und Sexualität.
Köln 1991
Duhm, Dieter: Angst im Kapitalismus. Lampertheim 1972
ders.: Der Mensch ist anders. Lampertheim 1975
ders.: Aufbruch zur neuen Kultur. München 1982
ders.: Der unerlöste Eros. Berlin 1991
ders.: Politische Texte. Berlin 1992
ders.: Mein Verhältnis zum Friedrichshof und zu Otto Mühl. In: ZEGG-Magazin, 9, Juli/
August 1993, 26-29
ders.: Kein Sex mit Kindern. In: ZEGG-Extra, Sonderheft, Herbst 1992, 26-30
Deutsche Allgemeine Sonntabsblatt: Zurück zur Keuschheit? Nr. 19, Aug. 1994
Die Zeit: Familie: Keimzelle der Gewalt. 7. April 1995, 17ff.
Emma Sept./Okt. 1993: Doppelter Mißbrauch, 44- 56
Fitz, Lisa: Geld Macht Geil. Satiren. München 1994
Frank, Joachim: Die 8er Ehe. Variationen über die Monogamie. 1993
Friedmann, Sonya: Wenn Frauen zwei Männer lieben. Leben und Fühlen in einer Doppel-
beziehung. Bern 1995
Harriet, Elisabeth-Joe: Ich kann nur treu sein, wenn ich frei bin. München 1994
Heinzelmann, Regula: Die neuen Paare - Anleitung zur Polygamie. München 1994
Hennig, Christoph: Die Entfesselung der Seele. Romantischer Individualismus in den 
deutschen Alternativkulturen. Frankfurt a. M. 1989
Hurwitz, Emanuel: Otto Groß - Paradies-Sucher zwischen Freud und Jung. Leben und 
Werk. Frankfurt 1979
Jaspers, Karl: Aspekte der Bundesrepublik. München 1972
Kleinhammes, Sabine(Hrsg.): Rettet den Sex - Ein Manifest von Frauen für einen neuen se- 
xuellen Humanismus. Radolfzell 1988
Kommune II: Die Revolutionierung des bürgerlichen Individuums. Köln 1971
Kreiler, Kurt: Otto Groß - Von geschlechtlicher Not zur sozialen Katastrophe. Frankfurt.
1980
Kreuzer, Helmut: Die Bohème. Beiträge zu ihrer Beschreibung. Stuttgart 1968
Lenin, I. W.: Der Radikalismus, die Kinderkrankheit des Kommunismus. In: 
Weber,H (hg.): Lenin. Aus den Schriften 1895-1923. München 1967
Lichtenfels, Sabine: Der Hunger hinter dem Schweigen. Annährungen an sexuelle und 
spirituelle Wirklichkeiten. Berlin 1992
Marcuse, Herbert: Triebstruktur und Gesellschaft (Eros und Kultur). In: Die Schriften, 
Band 5, Frankfurt a. M. 1979
Marcuse, Herbert: Konterrevolution und Revolte. Frankfurt a. Main 1973
Malinowski, Bronislaw: Das Geschlechtsleben der Wilden in Nordwest-Melanesien.
Frankfurt 1979
Moeller, L. Michael: Die Liebe ist das Kind der Freiheit. Reinbek bei Hamburg 1986
Mühl, Otto: Wege aus dem Sumpf. 1977
O`Neill, Nena und George: Die offene Ehe. Konzept für einen neuen Typus der Monogamie
Reinbek 1975
Ogden, Gina: Ich liebe Sex. München. 1995
Peuckert, Rüdiger: Familienformen im sozialen Wandel. 1991
Pfennig, Jörn: Keine Angst dich zu verlieren. München 1993
Projektführer 1995: eurotopia 
Ramm, Thilo: Der Frühsozialismus. Quellentexte. Stuttgart 1968
Reich, Wilhelm: Die Entdeckung des Orgons I. Frankfurt 1972
ders.: Die Massenpsychologie des Faschismus (1933). Frankfurt 1979
ders.: Der Einbruch der sexuellen Zwangsmoral (1932). Frankfurt 1972
ders.: Die sexuelle Revolution (1936). Frankfurt a. M. 1966
Reiche, Reimut: Sexualität und Klassenkampf. Zur Abwehr repressiver Entsublimierung.
Frankfurt. 1968
Rerrich, Maria: Balanceakt Familie. Zwischen alten Leitbildern und neuen Lebensformen.
Freiburg 1988
Richter, Horst Eberhard: Die Chance des Gewissens. München 1988, 148-163
Roger, Carl: Die Kraft des Guten. Ein Appell zur Selbstverwirklichung. Frankfurt 1985
Schaffer, Ulrich: Das Ulrich Schaffer Lesebuch. Stuttgart 1989
ders.: Chancen der Offenheit. Stuttgart 1990
Schenk, Herrad: Freie Liebe, wilde Ehe. Über die allmähliche Auflösung der Ehe durch
die Liebe. München 1987
dies.: Die Befreiung des weiblichen Begehrens. Köln 1991
Schlothauer, Andreas: "Du blöder Hund, wer bist du schon" In: Public Forum, Nr 12/13.
Juni 1991, 32ff.
Schlothauer, Andreas: Die Diktatur der freien Sexualität. AAO, Mühl-Kommune, 
Friedrichshof. Wien 1992
Schmidt, Gunther: Das große DerDieDas. Über das Sexuelle. Reinbek 1988
ders. (Hrsg.): Jugendsexualität. Sozialer Wandel, Gruppenunterschiede, Konfliktfelder.
Stuttgart 1993
Schwarzer, Alice: Der kleine Unterschied und seine große Folgen. Frankfurt 1975
Schwendter, Rolf: Theorie der Subkultur. Frankfurt a. M. 1978
Sharaf, Myron: Wilhelm Reich. Der heilige Zorn des Lebendigen. Die Biographie. Berlin
1994
Sichtermann, Barbara: Weiblichkeit. Zur Politik des Privaten. Berlin 1983
Sombart, Nicolaus: Nachdenken über Deutschland. Vom Historismus zur Psychoanalyse.
München 1987
ders.: Sexuelle Befreiung als utopisches Projekt. In: Schuller A./Heim. N. (Hrsg.): Ver-
messene Sexualität. Berlin 1987
Stefan, Verena: Häutungen. Autobiographische Aufzeichnungen. München 1975
Struchtemeier, A. Thea: Erich Mühsams Auseinandersetzung mit "Homosexualität" als
Ausdruck einer Patriarchatsdebatte zw. 1903 und 1930. In: Sich fügen, heisst lügen. 
Erich Mühsam Seminar. Berlin 1992
Willi, Jürg: Ko-Evolution. Die Kunst Gemeinsamen Wachsens. Reinbek 1985
ders.: Die Zweierbeziehung. Reinbek 1990
ders.: Was hält Paare zusammen? Reinbek 1991