9.1.2016 (Samstag) um 14 Uhr am Bahnhof Dreieich-Dreieichenhain: Solidaritätsdemonstration für Flüchtlinge wg. Schüssen auf Flüchtlingsunterkunft

Am frühen Montagmorgen (4.1.2016) wurden mehrere Schüsse auf eine Unterkunft für Asylsuchende in Dreieich-Dreieichenhain abgefeuert. Bei dem versuchten Mordanschlag wurde ein Geflüchteter leicht verletzt. Die Hintergründe sind noch unklar. Angesichts einer sich stetig verschärfenden aggressiven Stimmung gegen Asylsuchende und täglichen Angriffen auf deren Unterkünfte muss jedoch befürchtet werden, dass der Anschlag rassistisch motiviert war. Solche Taten passieren nicht im luftleeren Raum: Seit Monaten hetzen Tausende bei Pegida auf den Straßen, die Umfragewerte für die AfD sind hoch; erst kürzlich verschärfte der Bundestag das Asylrecht. Die öffentliche Debatte lässt jede Solidarität mit Menschen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen, vermissen. Diese rassistische Stimmung bietet den Nährboden für Übergriffe auf Unterkünfte und Gewalt gegen Menschen. Mit unserer Demonstration wollen wir ein Zeichen der Solidarität setzen:

Das Problem heißt Rassismus! Refugees Welcome!

Samstag, 09.01.2016 um 14 Uhr am Bahnhof Dreieich-Dreieichenhain (Dreieich liegt zwischen Frankfurt und Darmstadt)
Die angemeldete Route: Dreieich-Dreieichenhain, Waldstraße, Hainer Chaussee, Heckenweg, Gleisstraße, Heckenweg, An der Trift, Waldstraße, Dreieich-Dreieichenhain

Rückfragen gerne an: solidaritaet.dreieich@gmail.com
https://www.facebook.com/events/1495298257444356/1496212317352950/

      

Mit über 1.000 Teilnehmenden war die Demonstration sehr gut besucht. Die Redebeiträge u. a. des Vorbereitungskreises der Demo, eines Vertreters von Pro Asyl, einer Vertreterin des hessischen Flüchtlingsrates sowie eines Vertreters der Gruppe Kritik und Praxis Frankfurt kritisierten den Alltagsrassismus, der bis weit in die Mitte der Gesellschaft reicht. Es wurde klar gemacht, wie staatlicher und gesellschaftlicher Rassismus zusammenhängen und dass es sich beim Rassismus nicht um ein Randphänomen dieser Gesellschaft handelt.

Am Abend des 4.1.2016 vor dem durchschossenen Fenster der Flüchtlingsunterkunft gab es einen Live-Report für die Hessenschau.

Zuvor versammelten sich am Dreieichenhainer Obertor etwa 300 Menschen zu einer Mahnwache, um ihre Fassungslosigkeit und ihrer Wut über den feigen Mordanschlag Ausdruck zu geben sowie ihre Solidarität mit den Flüchtlingen zu zeigen. Dort waren auch die politische Stadtspitze inkl. Bürgermeister Zimmer und die Fraktionen aus dem Stadtparlament sowie aus der Zivilgesellschaft die vielen Engagierten aus Kirchen, Vereinen und Bürgerinitiativen vertreten.